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Kulturgeschichte - Geschichte nach Themen
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Klassenbild mit Walter Benjamin. Eine Spurensuche.

Von Momme Brodersen. München 2012.

13,5 x 21,5 cm, 240 Seiten, zahlreiche Abb., geb.
Eine Momentaufnahme, die das Drama des 20. Jahrhunderts erzählt. Für das Abitur 1912 an der Charlottenburger Kaiser-Friedrich-Schule meldeten sich 22 junge Männer an, unter ihnen Walter Benjamin. Der deutsch-jüdische Schriftsteller war aber nicht der einzige, der sich im weiteren Leben einen Namen machen konnte. Einige von Benjamins Klassenkameraden wurden später bekannte Rechtsanwälte, Notare, Ärzte, Publizisten und Wissenschaftler. Fünf seiner Mitschüler kamen bereits im Ersten Weltkrieg um. Manche drifteten an den rechten Rand der Gesellschaft, einer wurde im »Dritten Reich« Hauptlieferant für Zyklon B., andere von den Nazis deportiert und in Konzentrationslagern ermordet. Benjamin selbst nahm sich 1940 das Leben. Brodersen erzählt ein Stück deutsche Geschichte aus der Mikroperspektive: An den Schicksalen der Abiturienten des Jahrgangs 1912 werden - von der wilhelminischen Epoche bis in die fünfziger Jahre hinein - die Risse und existenziellen Brüche der deutsch-jüdischen Erfahrung sichtbar. Das Klassenfoto zeigt einen kurzen Moment, als ein Miteinander noch möglich schien.
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