Der japanische Holzschnitt-Künstler Koizumi Kishio (1893-1945) war ein Grafiker der Sosaku-Hanga-Bewegung; 1918 war er an der Gründung der »Gesellschaft für kreativen Holzschnitt« beteiligt und konnte sich dank seiner Arbeit für Zeitungen und Zeitschriften von seiner Kunst ernähren. Er schnitzte und druckte seine Werke von Hand und hielt dabei das sich wandelnde Stadtbild Tokios fest. Seine berühmte Serie »Hundert Ansichten des großen Tokio in der Schowa-Epoche« spiegelt das städtische Leben der Vorkriegszeit wider. Seine Drucke verbinden Tradition und Moderne mit eindrucksvollen historischen Details. Koizumis Kunst ist eine lebendige Chronik einer Stadt im Wandel. Auf diesem Druck aus den späten 1930er Jahren jedoch ist das Wahrzeichen Japans, der Fuji, zu sehen, in einer eindrücklichen und leuchtenden Sonnenaufgangsstimmung. Es stammt aus einer unvollendeten Serie zum Berg Fuji - 36 Ansichten wollte Kishio zu Papier bringen, nur 23 konnte er ausführen, bevor die Bombardements im Zweiten Weltkrieg zu stark wurden und er aus Tokio evakuiert wurde.