Das Muster ist von einem Porträt inspiriert, das der österreichische Künstler Egon Schiele (1890-1918) von seiner jungen Frau Edith gemalt hat. Schiele ist bekannt für seine leidenschaftliche Kühnheit und malt atemberaubende Aktbilder, die auf der Leinwand geradezu zum Leben erwachen. Doch hier kommt die Überraschung: Mit dem »Porträt von Edith« schlägt sein Stil eine neue Richtung ein - ein Gemälde, das ganz im Zeichen der Zärtlichkeit steht. Edith trägt ein Kleid, das aus den Vorhängen seines Ateliers gefertigt wurde - ein rührendes Symbol. Die weichen, nahtlosen Socken nehmen das gestreifte Muster dieses Kleides auf. Schiele stammte aus der Arbeiterklasse und scherte sich nicht um die Regeln der Kunstwelt. Dann trat Edith in sein Leben, das junge Mädchen von nebenan. Ihre Liebesgeschichte entwickelte sich rasant; sie heirateten kurz bevor Schiele zum Militär eingezogen wurde. Der Erste Weltkrieg veränderte ihn, doch aus diesem Chaos entstand das »Porträt von Edith«, das ihre Verletzlichkeit und seine eigene einfing. Edith errötet, nicht vor Aufregung, sondern vor Verlegenheit.