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Herzenspein und Nasenschmerz. Karikaturen und Comics im Wilhelm-Busch-Museum Hannover.

Von Hans Joachim Neyer. Hannover 2006.

23,5 x 30 cm, 218 S., durchg. meist farb. Abb., Leinen mit Schutzumschlag.
»Dem Sultan aber klopft das Herz,/ Vor Herzenspein und Nasenschmerz.« Dieser letzte Reim aus der 1867 erschienenen Bildergeschichte »die Entführung aus dem Serail« von Wilhelm Busch steht programmatisch für ein Ausstellungsprojekt, das die Sammlungen des Wilhelm-Busch-Museums Hannover/Deutsches Museum für Karikatur und kritische Grafik unter zwei Aspekten vorstellt. Gezeigt wird, seit wann es Karikaturen und Comics gibt und wie sie ihre satirische Wirkung entfalten. Karikaturen gibt es seit ungefähr 1600. Sie entstehen während der Renaissance als groteske Zerrbilder eines von Leonardo da Vinci, Michelangelo und anderen formulierten Ideal-Schönen, das bis heute Gültigkeit hat. Aus einem Künstlerspaß entwickelt sich einhundertfünfzig Jahre später in England ein professionelles Gewerbe, dessen Produkte mit der Zeit fester Bestandteil modernen Zeitungswesens geworden sind: Karikaturen, Cartoons und Comics. Um 1750 veröffentlicht William Hogarth in London erste Bildergeschichten, die als comic histories Vorbild für Wilhelm Busch und seine Nachfolger werden. Darüber hinaus versuchen Karikaturisten und Illustratoren, Bewegung darzustellen. Vornehmlich J. J. Grandville und Wilhelm Busch entwickeln spezielle Bewegungslinien, die als speedlines zu einem wesentlichen Kennzeichen des amerikanischen Comics werden. Die Bösartigkeit der Charaktere von Wilhelm Busch ist ein weiteres Merkmal, das die amerikanischen Zeichner an den deutschen Bildergeschichten fasziniert. In den slapstick-artigen Geschichten von Rudolph Dirks und Frederick Opper sind deutlich ihre europäischen Vorbilder auszumachen. Ihre Comics mit den »Katzenjammer Kids« und »Happy Hooligan« erschienen wöchentlich in beliebten Supplements des »New York Journal«, die in diesen Katalog zum ersten Mal in Deutschland in einer Auswahl abgedruckt werden.
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