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Die Faszination des Exotischen. Exotismus, Rassismus und Sexismus in der Kunst.

Von Klaus von Beyme. Paderborn 2008.

16,5 x 23,5 cm, 209 S., 58 s/w-Abb., geb.
Zum ersten Mal wird in diesem reich illustrierten und spannend geschriebenen Band der Exotismus nicht nur als Orientalismus behandelt, sondern seine Faszinationskraft für die europäische Imagination in Kunst, Literatur und Publizistik von Ostasien bis zu den Indianerkulturen beschrieben. Exotismus, Rassismus und Sexismus in der europäischen und nordamerikanischen Kunst waren eng miteinander verwoben. Nur selten wurde die Faszination des Exotischen frei von europäischer Überheblichkeit behandelt, wie in der Kunst bei Dürer oder Velázquez. Im Zeitalter der Entdeckungen und mit der Entstehung von Kolonialismus und Imperialismus wurde das Bild außereuropäischer Menschen zunehmend europäischen Interessen und Sehweisen unterworfen. Dabei haben wechselnde Moden der Chinoiserien, der Orientalismus oder Japonismus die europäische Kunst verändert, obwohl sie nur selten von einem tieferen Eindringen in fremde Kulturen getragen werden. Selbst die Avantgarden bedienten sich exotischer Formen, aber sie taten dies, um moderne Konzeptionen - vielfach in einer zweidimensionalen Bildgestaltung und kubischen Formensprache - zu entwickeln. Der Sexismus war noch nicht überwunden, als der Exotismus abnehmende Bedeutung hatte. Im Zeitalter der Postmoderne kam es zur theoretischen und künstlerischen Überwindung des Exotismus. Postkoloniale Kunst wurde auf zahlreichen Ausstellungen, nicht zuletzt auf den Biennalen in Venedig und den documentas in Kassel lautstark - aber nicht immer konsequent - vertreten. Kunst drohte zur politischen Theorie eines immer radikaleren Postkolonialismus degradiert zu werden.
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