Dieter Wellershoff (1925-2018) gilt heute - neben Heinrich Böll und Jürgen Becker - als maßgeblicher Vertreter der Kölner Literaturszene nach dem Zweiten Weltkrieg. Sein neuer 'Ton' stand jenseits des lange Zeit die deutsche Erzählprosa dominierenden Mainstreams moralisierender oder grotesk-satirischer Schreibweisen. Zentral in seinem Werk steht die Frage, ob und wie der von institutionellen Leitplanken freigesetzte Mensch der späten Moderne überhaupt noch ein glückendes Leben zu führen vermag - eine Frage, die nicht an Relevanz verloren hat. Markus Schwering nimmt den 100. Geburtstag des Autors zum Anlass für eine Gesamtdarstellung seines Lebens - verstanden als Zeitgenossenschaft - im engen Zusammenhang mit seinem _uvre. Statt Textanalysen aneinanderzureihen, sucht er die Einheit des Gesamtwerks im dichten Geflecht unterschiedlicher und zugleich wiederkehrender Themen und Motive.