Mit Egon Schiele begann in Österreich der Expressionismus. Die Überwindung der biederen Akademie-Malerei gelang Schiele zunächst mit einem Umweg über den Jugendstil. Er verehrte den österreichischen Gustav Klimt, der ihm zu einem lebenslangen Freund und Mentor wurde, und orientierte sich zunächst an dessen Bildwelten. Doch schon mit knapp 20 Jahren, 1910, wandte er sich von der Ornamentik des älteren Kollegen ab. Im Alter von 28 Jahre gelang ihm der Durchbruch. Nach Ausstellungen in Berlin, Rom und Paris wurde er breit in der Wiener Secessionsausstellung im Jahr 1918 präsentiert. Doch dieser erste große Erfolg war zugleich der Letzte. Noch im selben Jahr, Monate nach seinem Lehrer Gustav Klimt und wenige Tage nach seiner Ehefrau Edith, starb Egon Schiele an der Grippe. Neben den zahlreichen Selbstporträts schuf Schiele Landschaften und eindringliche Porträts in seinem von der Linie dominierten Stil.