Beschreibung
Der als »nordischer Vermeer« bezeichnete dänische Maler Vilhelm Hammershøi lebte in den Räumen, die er immer und immer wieder in seinen Bildern zeigte. Die sparsam ausgestattete Wohnung in der ersten Etage der Strandgade 30 in dem alten Kopenhagener Stadtteil Christianshavn war steter Ausgangspunkt seiner Interieurmalerei. Innerhalb von 10 Jahren malte er 66-mal Bilder mit seiner Wohnung als Motiv. Als Betrachter halten wir weiten Abstand zu der Dame im Bild, zu der kein Gegenstand vermittelt. Isoliert sieht links vor der Fensternische Hammershøis Ehefrau und Lebensgefährtin Ida mit dem Rücken zu uns, neben einem Ensemble aus Biedermeiermöbeln. Durch die horizontal zur Tastatur angeordneten Seiten war das sogenannte Tafelklavier platzsparender als ein Flügel und im 19. Jahrhundert sehr beliebt. Das Liniensystem der Wandgliederung gibt den Gegenständen halt im Bild. Auf einer abstrakten Ebene gesehen, nimmt er hier die Farbfeldmalerei eines Piet Mondrian mit gedämpften Farbtönen vorweg. »Das was mich ein Motiv wählen lässt, sind genauso sehr die Linien, was ich die architektonische Haltung im Bild nennen will. Und natürlich das Licht« beschreibt Hammershøi sein Vorgehen. Strahlend hell scheint es auf die Wand der Fensternische. Im Raum hingegen ist das Licht abgedämmt, was zu einer leichten Irritation führt und, wie das Motiv, zur Rätselhaftigkeit des Bildes beiträgt. Sobald wir Personen im Bild entdecken, beginnen wir nach einer schlüssigen Erzählung zu suchen, fangen wir an Fragen zu stellen: Warum steht Ida vor der Wand? Hält sie ein Gesangsbuch in der Hand? Saß gerade jemand am Klavier als Begleitung? Der Maler gibt uns aber keine weiteren Hinweise, verstrickt uns dadurch in dieses perfekt inszenierte alltägliche Enigma. Hammershøi stellte 1889 und 1900 auf der Weltausstellung in Paris aus. 1903 war er auf der Biennale in Venedig vertreten. 1904 zeigte die Berliner Secession erstmals in Deutschland ein Werk von Vilhelm Hammershøi. 1905 erwarb Hugo von Tschudi als Direktor der Deutschen Nationalgalerie ein Bild des Künstlers für die Sammlung. Um die Zeit nahm Rainer Maria Rilke Kontakt mit dem Dänen auf, besucht ihn 1904 in Kopenhagen und schrieb darüber: »Gestern habe ich zum erstenmal Hammershöj gesehen... ich bin sicher, je öfter man ihn sieht, desto deutlicher wird man ihn erkennen, und desto mehr wird man seine wesentliche Schlichtheit finden. Ich werde ihn wiedersehen, ohne mit ihm zu sprechen, denn er spricht nur Dänisch und versteht kaum Deutsch. Man fühlt, daß er nur malt und nichts anderes kann oder will.« Nach Hammershøis Tod wurden seine Gemälde am 30. Oktober 1916 versteigert. Der Künstler und seine stillen Bilder gerieten in Vergessenheit. Im Zuge der Neubewertung des Symbolismus in den 1970er Jahren entdeckte man den dänischen Künstler neu. (Original: Ordrupgaard Museum, Charlottenlund/Dänemark). Dieser Dietz-Giclée-Druck aus dem »Tempel des Kunstdrucks« hat die Aura des Originals: Das digitale Bild diente als »Rohling«, welcher durch jahrzehntelange handwerkliche und künstlerische Erfahrung und Arbeit eine im Siebdruck veredelte Oberfläche erhielt. Die Einbeziehung moderner Technik ermöglicht es, hochwertige Gemälde-Reproduktionen zu relativ günstigen Preisen anzubieten.
Eigenschaften
- Herkunftsland Deutschland
- Herstellerangaben Günter Dietz GmbH Offizin | Bachmühle 2 | 83564 Soyen | Deutschland | mail@dietz-offizin.de