Hinter vertikalen Streifen liegt ein schimmernder Grund aus rosa, blauen, schwarz und durchdringend grünen Tönen. Der Künstler verbindet meisterhaft zwei Techniken miteinander. Die Zusammenstellung der Farben legte er in einem ersten Schritt genau fest und sorgte für eine gezielte Schichtung der Töne. Mit einem großflächigen Rakel zog Richter dann über die gesamte Fläche der Leinwand. Durch das Abstreifen der Farbe entstehen die unregelmäßigen Farbverläufe und Konturen. Die vertikalen Schleier erzeugt er mithilfe eines Spachtels. An einigen Stellen zieht er mit dessen Schmalseite durch die Farbe, wodurch spitze Wellenkämme entstehen. »Bewusst kann ich das Ergebnis nicht berechnen«, erklärte Richter. »Aber unterbewusst kann ich es spüren. Das ist ein schöner Zwischenzustand«. Das Blatt ist eine Abbildung seines Gemäldes, so wie es Richter auf Papier dargestellt haben möchte.