Mit sardonischem Witz entlarvte der deutsch-jüdische Autor Curt Bloch in seinem niederländischen Versteck Hitler und dessen Schergen: Woche für Woche verfasste er ab August 1943 Gedichte für sein ganz persönliches Satiremagazin »Das Unterwasser-Cabaret«. Darin thematisierte er die Lügen und Verbrechen der Faschisten, seine Situation im Versteck, das ungewisse Schicksal seiner Familie und die Lage des deutschen Volkes. Die Deckblätter gestaltete er aus dem wenigen, was ihm zur Verfügung stand - und schuf so ausgerechnet aus Nazipropaganda ein zeitloses Kunstwerk des Widerstands. Nur ein einziges Heft benannte er um: Das »Überwasser-Finale« war die letzte Ausgabe - nach seiner Befreiung im April 1945. Der 1908 in Dortmund geborene Jurist Curt Bloch fing erst im Versteck an, Gedichte für ein von ihm selbst erfundenes Satire-Magazin gegen die Nazis zu schreiben. Nach seiner Rettung ging er mit seiner Frau Ruth nach New York, wo er den Lebensunterhalt für seine Familie mit dem Handel von Antiquitäten bestritt. Er starb 1975. Fünfzig Jahre später werden seine Collagen und Texte weltweit entdeckt und gefeiert. »Diese Gedichte sind ganz, ganz, ganz, ganz toll ... Ein jüdischer Lyriker, der versucht hat, mit Worten gegen die Nazis zu kämpfen - mit Süffisanz, Spaß, Komik.« (Jan Böhmermann)