Wer in den Schlössern, Parks und Gärten Berlins und Brandenburgs unterwegs ist, wird ihnen ebenso begegnen wie beim Flanieren Unter den Linden oder auf einem Streifzug über die Spreeinsel - den Motiven Eduard Gaertners, der im 19. Jahrhundert so akribisch und zugleich künstlerisch brillant die Stadtlandschaft festgehalten hat. Ein waschechter Berliner war er: Johann Philipp Eduard Gaertner (ursprünglich »Gärtner« - das »ae« legte er sich später selbst zu) wurde am 2. Juni 1801 in der damaligen preußischen Residenzstadt geboren. Doch nicht nur der Berliner Stadtraum, die Mark Brandenburg und die Provinzen Preußens wurden zu Gaertners Sujet, auch in anderen urbanen Räumen, wie Paris, Prag, Sankt Petersburg und Moskau, bewies er sein malerisches Können. Seine topografisch präzisen und zugleich atmosphärisch dichten Darstellungen sind heute historische Dokumente der Architektur- und Zeitgeschichte. Das vorliegende Buch bietet mit rund 80 ausgewählten und kommentierten Werken aus den Jahren 1820 bis 1870 einen Querschnitt durch Gaertners Schaffen und versteht sich als Einladung, sein Oeuvre als bedeutenden Beitrag zur Kunst- wie Stadtgeschichte neu zu entdecken - als visuelles Gedächtnis eines Berlin, das in dieser Form nicht mehr existiert. Es macht nicht nur die Vielfalt von Gaertners Motiven sichtbar, sondern auch die Entwicklung seines Stils - von sachlichlinearen Kompositionen hin zu atmosphärisch verdichteten, malerisch lebendigen Szenen. Mit dem 2022 ins Kupferstichkabinett zurückgekehrten Aquarell »Der Leipzigerplatz in Berlin« wird zudem ein ganz besonderes, lange verschollen geglaubtes Highlight präsentiert.