Ausgehend von den Albarelli der Renaissance - den ikonischen, mit Zinnglasur versehenen Gefäßen, die von Apothekern zur Aufbewahrung und Präsentation von medizinischen Zutaten verwendet wurden - untersucht diese Publikation die Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Kunst und Globalisierung im frühneuzeitlichen Europa vom 15. bis zum 17. Jahrhundert. In jener Zeit ermöglichten diese verzierten Gefäße denjenigen, die befugt waren, mit ihnen umzugehen, Autorität und Wissenshoheit in dem rasch wachsenden Bereich der pharmazeutischen und medizinischen Wissenschaften zu beanspruchen. Indem sie die Materialität dieser Keramikgefäße hervorheben, verweisen die Autoren auf das ständige Streben der wissenschaftlichen Gemeinschaft nach Wissen und Technologien. Die glänzenden Oberflächen zeugen von den Austauschnetzwerken, die sich in der frühneuzeitlichen Welt etablierten, sowie von den Experimenten, die frühneuzeitliche Töpferwerkstätten mit der Apothekenpraxis verbanden. Bietet die erste detaillierte kunsthistorische Untersuchung der Keramiksammlung des Pharmaziemuseums der Universität Basel. Präsentiert die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchung, einschließlich einer Materialanalyse der Keramikvasen mit ihren glänzenden Oberflächen mittels nicht-invasiver RFA- und Raman-Spektroskopie. (Text dt., engl., ital.) (Ausstellungsdauer: 16.10.2026 - 31.1.2027 Pharmaziemuseum Basel)