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Die Très Belles Heures von Jean de France Duc de Berry - Ein Meisterwerk an der Schwelle zur Neuzeit.

Von Eberhard König. Luzern, München 1998

24,5 x 32 cm, 272 S., 300 Abb., davon 200 in Farbe, Ln. Sonderausgabe.

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Tb. = Taschenbuch; Sonderausgabe = Ausstattung einfacher, evtl. Vergleichspreis nennt die gebundene Ausgabe

Kaum eine Bilderhandschrift ist berühmter - kaum eine wird so kontrovers diskutiert. Dieses größte Handschriftenprojekt der Kunstgeschichte wurde in einem Zeitraum von über 50 Jahren von so großen Künstlern wie Jan van Eyck geschaffen und hat eine spannende Geschichte hinter sich. Das Buch von Eberhard König erschließt dieses Jahrhundertwerk und stellt es in seiner einzigartigen kunstgeschichtlichen Bedeutung vor. »Als »Très Belles Heures de Notre-Dame« wird das wohl bemerkenswerteste Stundenbuch aller Zeiten 1413 erstmals im Inventar des Herzogs Johann von Berry erwähnt. Mit ursprünglich über 700 Seiten sucht die Handschrift schon im Umfang ihresgleichen. Ihre Sonderstellung gründet jedoch auch in ihrer äußerst ungewöhnlichen Zusammenstellung von Texten, die sowohl ein Stundenbuch wie ein Missale bilden. Dazu finden sich zahlreiche seltenere Gebete und Sonderoffizien, während andere Standardelemente der Gattung schlicht weggelassen wurden. Auch der Missaleteil erstaunt durch ungewohnte Abfolgen der Texte, wobei das eigentliche Kernstück, der »Canon Missae«, fehlen kann, weil das Buch für einen Laien entstand. Die Handschrift verfügt zudem über zwei Kalendarien, wobei nur einer zum ursprünglichen Bestand gehörte. Das enorme kunsthistorische Interesse an diesem Werk hat jedoch andere Gründe: Zunächst beeindruckt die Handschrift durch ihren unerschöpflichen Reichtum an Malerei. Kern des Interesses und Ursache endloser kunsthistorischer Debatten ist vor allem die epochale künstlerische Entwicklung, die sich innerhalb weniger Jahrzehnte durch die Beteiligung mehrerer Generationen an dem Werk nachvollziehen lässt. Für dieses Seminar ist die Handschrift zunächst aufgrund der jüngeren Miniaturen relevant, die einen Glanzpunkt flämischer Buchmalerei darstellen. Zudem wird die Herkunft burgundischer Buchmalerei ersichtlich, denn der überwiegende Teil der Miniaturen ist im Stil ganz französisch. Auch wenn die Handschrift textlich auf den König von Frankreich ausgerichtet ist und einige widersprüchliche Stifterbilder zu Irritationen führen, scheint der Herzog von Berry als erster Besitzer und wohl auch Auftraggeber gesichert. Noch zu dessen Lebzeiten wurde der umfangreiche Kodex zweigeteilt. Der ursprüngliche Kalender mit dem Grundbestandteil des Stundenbuches blieb in Frankreich. Er war zum Zeitpunkt seiner ersten Erfassung im Inventar von 1413 wahrscheinlich voll ausgemalt und damit benutzbar. Der abgetrennte Teil, der vorwiegend Gebete und Messen enthielt, war zu diesem Zeitpunkt noch weitgehend unfertig und gelangte spätestens in den 1430er Jahren in die Hände niederländischer Buchmaler, welche die fertigen Bestandteile überwiegend respektierten, einiges übermalten oder vollendeten und auf den noch ganz leeren Seiten Zeugnisse einer ganz neuen Epoche der Malerei hinterließen. Dieser Teil der Handschrift gelangte schließlich nach Italien, wo er noch bis ins frühe 18. Jahrhundert hinein im Besitz des Hauses Savoyen blieb und schließlich seinerseits - diesmal nach Textkriterien - geteilt wurde. Das daraus hervorgegangene Gebetbuch verbrannte 1904 in der königlichen Bibliothek von Turin und ist - mit Ausnahme von zuvor gestohlenen Blättern (vier im Louvre, und ein Blatt im J. Paul Getty Museum, Los Angeles) - heute nur durch Schwarzweißphotographien in einer Publikation Paul Durrieus von 1902 zugänglich. Der zweite Teil, das Messbuch, gelangte von den Savoyern zu unbekanntem Zeitpunkt in die Mailänder Bibliothek der Fürsten Trivulzio und wurde vom Stadtmuseum in Turin 1935 aus deren Besitz erworben, um seit etwas 1950 im Stadtmuseum des Palazzo Madama aufbewahrt zu werden.« (Kunsthistorisches Institut der FU-Berlin)



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