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Bücher zur Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft
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Degas’ Kleine Tänzerin im Alter von vierzehn Jahren.

Von Gregory Hedberg. Stuttgart 2014.

23 x 30,5 cm, 336 Seiten, 350 Farbabb., geb.
Eine jüngst entdeckte Gipsversion von Edgar Degas’ »Kleiner Tänzerin von vierzehn Jahren« stellt unser Verständnis der berühmtesten Arbeit dieses Künstlers auf den Kopf. Quellenmaterial und technische Untersuchungen belegen, dass der Gips von der Wachsplastik noch vor deren erheblicher Überarbeitung (nach 1903) abgeformt wurde. So zeigt die Gipsversion die »Kleine Tänzerin« in eben jener Ausformung, in der sie die Pariser Kunstwelt 1881 auf der 6. Impressionisten-Ausstellung schockierte. Sie enthüllt ein weitaus revolutionäreres Werk als es die veränderte Wachsfigur oder die posthum entstandenen Hébrard-Bronzen heute auch nur erahnen lassen. Die Gipsplastik veranschaulicht, warum Joris-Karl Huysmans 1881 Degas »Kleine Tänzerin« für den einzig wahrhaft modernen Versuch in der Bildhauerkunst hielt und das Werk James Whistler beinahe ins Delirium versetzte. Bis zum Wiederauftauchen dieser Version schien es, als habe Degas’ berühmtestes Werk keinerlei Einfluss auf die Pariser Kunstwelt der 1880er-Jahre ausgeübt. Die im Zentrum der vorliegenden Untersuchung stehende Gipsfigur zeigt Edgar Degas als höchst innovativen Künstler, der seine Ballettratte in jener ikonischen Haltung präsentierte, die sonst nur verehrungswürdigen Personen vorbehalten war. Ihre ursprüngliche Ausstellung in einer Vitrine unterstrich dabei noch ihre symmetrische, auf vier Ansichtsseiten konzentrierte Pose. Erstmals wird dadurch deutlich, dass Degas mit seiner Kleinen Tänzerin radikale Ideen antizipierte, die später zu zentralen Merkmalen der Kunst der Moderne werden sollten und wie er viel beachtete Künstlerkollegen wie Whistler, Manet, Seurat und Sargent nachhaltig beeinflusste. Selbst Meisterwerke des 20. Jahrhunderts von Duchamp, Giacometti, Oldenburg, Warhol und Hirst reflektieren, wenn auch indirekt, Degas Innovationen.
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