Die Geschichte der Sexarbeit lässt sich von der Antike bis in die Gegenwart verfolgen. Welches Menschenbild eine Zeit prägte und was das über Macht und Werte aussagt, lässt sich auch daran ablesen, wie mit Sexarbeit umgegangen wurde. Derzeit steht die gesetzliche Regulierung von Sexarbeit, die von Expert*innen als mangelhaft in Hinblick auf die Selbstbestimmung und den Schutz eingeschätzt wird, vor einer Novelle. Die dafür berufene Kommission sieht keine Beteiligung von Sexarbeiter*innen vor. Diese Debatten, aber auch Perspektiven der Kunst, durch die Sexarbeit facettenreicher sichtbar wird, stehen im Zentrum der ausstellungsbegleitenden Publikation. Anhand von Kunstwerken, kulturhistorischen Zeugnissen und Archivmaterial wird das Thema vertieft. Gemeinsam mit Objects of Desire - einem Kollektiv forschender Sexarbeiter*innen und dessen Archiv - erarbeitet die Bundeskunsthalle aktuelle Perspektiven. Essays von Johanna Adam, Laura Agustín, Objects of Desire, Ernestine Pastorello, Maxime Poulain, Ruby Rebelde, Maximilian Reifenröther und Hildegard Titus zeichnen die Geschichte der Sexarbeit nach. Mit Arbeiten u. a. von Sarah Ainslie, Jürgen Baldiga, Philip-Lorca diCorcia, Vaginal Davis, Otto Dix, General Idea, Selma Gültoprak, Nan Goldin, Jeanne Mammen, Cheryl McIntosh, Midori, Mark Morrisroe, Julian Rosefeldt und Annie Sprinkle. (Ausstellungsdauer: 2.4. - 25.10.2026 Bundeskunsthalle Bonn)