1924 starb der Revolutionär und Gründer der Sowjetunion Wladimir Iljitsch Lenin nahe Moskau. Unter den von der Regierung an sein Krankenbett gerufenen Ärzten befand sich auch der Hamburger Neurologe Max Nonne - ausgerechnet. Noch 1918 waren deutsche Revolutionäre auf der Suche nach ihm und seinen Assistenten durch das Eppendorfer Krankenhausgelände gezogen, »um sie zu erschießen«. Denn sie kannten Nonne als Verfechter eines umstrittenen Verfahrens, die Leistungsfähigkeit psychisch erkrankter Soldaten mithilfe schmerzhafter Stromstöße wiederherzustellen. Ausgehend vom Fund seiner Krankenakte in Hamburg-Eppendorf erzählt das Buch vom Kult um den toten Lenin. Und es beschreibt die Karriere Max Nonnes, der im 1. Weltkrieg psychiatrische Behandlungen mit Hypnose und Strom betrieb. Im Nationalsozialismus war er ein Verfechter der Krankenmorde an psychisch Kranken und Behinderten. (Ausstellungsdauer: 14.02.2025 - 21.01.2026 Medizin- historisches Museum Hamburg)