Das »Wolfegger Hausbuch« gibt mit seinen herausragenden Zeichnungen heute noch Rätsel auf. Die Handschrift vermittelt, was ein Herrscher über Medizin, Geldwesen, Montanindustrie und Turnierwesen wissen sollte. Die Edition bietet eine Reproduktion des gesamten Hausbuchs samt Transkription des Textes sowie kommentierende Aufsätze von ausgewiesenen Experten. Neues Selbstbild des Adels: Was verrät uns die Handschrift aus der Renaissance? In den letzten Regierungsjahren Kaiser Friedrichs III. gerät die Welt des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation in Bewegung. Die Fürsten übernehmen neue Rollen in Politik, Kriegsführung und Wissenschaft. Um 1480 entsteht eine noch immer rätselhafte Handschrift: Das »Wolfegger Hausbuch« vermittelt, was ein Herrscher von nun an über Medizin, Geldwesen, Montanindustrie und Turnierwesen wissen sollte. Die anspruchsvolle künstlerische Ausstattung und die figurenreichen Zeichnungen machen den Codex nicht nur zu einem einzigartigen Kunstwerk der Buchkultur. Das »Wolfegger Hausbuch« ist ein beispielloses Zeugnis der gesellschaftlichen und kulturellen Veränderungen am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit. Wissensvermittlung in der Renaissance: So lernten Fürsten und Adlige, was Herrschaft umfasst. Eine Buchmalerei-Werkstatt am Mittelrhein fasst die zentralen Themen der Reform in nie dagewesenen Bilder. In bislang kaum gesehenen Formaten und Dimensionen wird eine künstlerische Kreativität sichtbar, für die es selbst in den Prachthandschriften der franko-flämischen Buchkunst wenige direkte Vorbilder gibt. Führende Experten analysieren in dieser Edition das Zusammenspiel von Text und Bild im »Wolfegger Hausbuch«.