Eine schwere Krankheit war der Auslöser für Henri Matisse seine Anstellung zu kündigen und sich ganz der Malerei zu widmen. Er besuchte ab 1892 die École des Beaux-Arts in Paris. Eine Skandalausstellung im Jahre 1905 brachte den Durchbruch und gleichzeitig eine Bezeichnung als Angehöriger der »Fauves«. Von der Presse wurde der Raum VII mit den Bildern der Künstler Henri Matisse, Maurice de Vlaminck und Alain Derain als »cage aux fauves« (Käfig der wilden Tiere) bezeichnet. Die Künstler übernahmen für sich die Bezeichnung und der »Fauvismus« war geboren. Von Matisse war »Das offene Fenster« in der Ausstellung zu sehen. Der Künstler malte es in Collioure, einer kleinen Stadt an der französischen Mittelmeerküste, in die Matisse im Sommer 1905 mit Derain reiste. Die innen sich öffnenden Flügeltüren geben den Blick auf eine Reihe von Segelbooten frei. Das farbenfrohe Bild vermittelt die spielerische Heiterkeit des Südens. Seit den frühen 30er-Jahren bis zu seinem Tod 1954 schuf Henri Matisse (1869 - 1954) Kunstwerke, für die er eine neue Technik entwickelt hatte. Große Papierbahnen wurden dafür mit kräftig leuchtenden Farben bemalt. Die Wände des Ateliers verwandelten sich in eine Leinwand. Nach seinen Anweisungen befestigten Assistenten dort mit Reißzwecken die ausgeschnittenen farbigen Papierstücke. Diese Scherenschnitte, wie »Ikarus« oder »Blauer Akt II« waren ein radikaler Bruch mit der klassischen Malerei. »Statt eine Umrisslinie zu zeichnen und sie dann mit Farbe auszufüllen, zeichne ich direkt mit Farbe«, sagte Matisse. Die Kalenderbilder präsentieren alle Varianten der von Matisse geschaffenen Farbwunder.