Für Pablo Picasso war Paul Cézanne »Unser aller Vater«. Henri Matisse ging noch weiter, als er über Cézannes schrieb: »Es hat mich in den kritischen Momenten meines künstlerischen Schaffens moralisch gestärkt.« Heute als wichtigster Wegbereiter der Moderne anerkannt, lehnte ihn École des Beaux-Arts gleich zweimal ab. Als Autodiktat bringt er sich daraufhin die Grundlagen der Malerei selbst bei.Cézanne erkannte in der Landschaft geometrische Formen und bereitete damit den Kubismus vor. Seine Porträts sind feine Menschenbeobachtungen. Das Bildnis des jungen Michelangelo di Rosa gehört zu seiner Serie von vier Bildern. In einer Zimmerecke, den grünen schweren Vorhang im Rücken, sitzt ein junger Mann mit roter Weste. Die nachlässige Haltung, der mit der Hand aufgestützte Kopf und der nachdenkliche Gesichtsausdruck spielen auf das Motiv der Melancholie an, wie es durch Dürers Meisterstich vertraut ist.