Auf den ungleichmäßig blau gefärbten Untergrund legt Gerhard Richter bei diesem Gemälde auf die linke Seite ein kräftig rotes Rechteck. Diagonal schweben zwei plastisch gestaltete Röhren von unterschiedlicher Größe auf der rechten Seite, die von einem gezielten Farbstrich zurück in die Fläche gezwungen werden. Den klassischen Komplementärkontrast aus Gelb/Blau und Rot/Grün treibt Richter mit seinen knalligen Farben auf die Spitze und erschafft zugleich ein Werk von vollkommener Harmonie und überraschender Tiefe. Bei diesem aus mehreren Farbschichten aufgebauten Gemälde beginnt Gerhard Richter seinen Malprozess, indem er in einem ersten Schritt mit Pinsel und Spachtel Ölfarbe auf die Leinwand aufträgt. Abschließend setzt der Maler dann einen Rakel ein. Dabei handelt es sich um ein langes Holzbrett, mit dem überschüssige Farbe abgenommen oder verwischt wird. Die vertikalen Schleier erzeugt er mithilfe eines Spachtels. An einigen Stellen zieht er mit dessen Schmalseite durch die Farbe, wodurch spitze Wellenkämme entstehen. »Bewusst kann ich das Ergebnis nicht berechnen«, erklärte Richter. »Aber unterbewusst kann ich es spüren. Das ist ein schöner Zwischenzustand«. Das aufwändige Druckverfahren erlaubt es, die Aura dieses Meisterwerks des kalkulierten Chaos einzufangen. Auf qualitätvolles Büttenpapier gedruckt, besitzt dieser streng limitierte, edle Kunstdruck die überwältigende Farbkraft des Originals.