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Radierung Käthe Kollwitz Tod, Frau und Kind (1910)

Von Käthe Kollwitz.

Blattformat 43,5 x 41 cm, Motiv 39 x39 cm. Strichätzung, Kaltnadel, Schmirgel sowie Vernis mou mit Durchdruck von Bütten und Zieglerschem Umdruckpapier. Kn 108 (Kl 113). Kleiner Einriß (ca. 3 cm) am linken Blattrand.

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Versand-Nr. 745324
geb. = fester Einband; pb. = Paperback-Ausgabe;
Tb. = Taschenbuch; Sonderausgabe = Ausstattung einfacher, evtl. Vergleichspreis nennt die gebundene Ausgabe

Ende 1908 war Käthe Kollwitz« älterer Sohn Hans an Diphterie erkrankt. Sein Vater versuchte, ihn dagegen noch zu impfen. Eine Woche danach, bekam er laut eines Briefes der Künstlerin an ihre Freundin Beate Bonus-Jeep einen solchen Zustand von Herzschwäche, »daß wir glaubten, der Junge stürbe unter unseren Händen. Weißt Du, Jeep, viel Angst hab ich schon um die Kinder gehabt, aber dieses kalte Entsetzen, das einen anfaßt, wenn man fühlt, weiß, in den nächsten Minuten ist dieses junge Leben vielleicht abgeschnitten und das Kind ist weg, - das war doch wohl das Schlimmste bis jetzt, und das ist auch nicht so bald zu verwinden.« (Bonus-Jeep. Sechzig Jahre Freundschaft, 1948, S. 100). Wie sehr dieses Ereignis die Künstlerin geradezu obsessiv beschäftigte, verraten eine Vielzahl von Zeichnungen, 6 Radierungen aus den Jahren 1910/11 und sogar plastische Entwürfe. Von denen haben sich nur Fotografien erhalten. Die selbstbildnishaften Züge auf der Radierung »Tod, Frau und Kind« lassen keinen Zweifel daran, dass Käthe Kollwitz sich selbst meinte, der Junge ist allerdings deutlich jünger als Hans. Merkwürdig erscheint die Ruhe, die dieses Blatt im Gegensatz zu den späteren Druckgraphiken ausstrahlt, auf denen der Tod zum Teil mit der Mutter regelrecht um das Kind kämpft. Wie entrückt ruhen dagegen Mutter und Kind hier Wange an Wange. Fest umschlossen hält die Frau ihren Jungen und dessen linke Hand. Gegen sie wirkt der Tod mit seinem linkischen, dünnen Knochenarm keineswegs als klarer Sieger, was sicher einen Teil der Faszination dieses Blattes ausmacht. (Text zum Blatt aus dem Käthe-Kollwitz-Mueum Köln)



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