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Faksimiles: Buchmalerei und Buchkunst
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Die Legenden der Heiligen Margareta und Agnes

Biblioteca Riccardiana, Florenz, Ms. Ricc. 453. Faksimile 2009

Provenienz: von einem Künstler aus dem Umkreis des Meisters von Gerona, 13. Jh. Biblioteca Riccardiana, Florenz, Ms. Ricc. 453. 14,5 x 10,3 cm, 124 Seiten (62 Folios), die letzten 32 Seiten (16 Folios) sind leer. 33 ganzseitige Szenen mit Miniaturen und zahlreiche filigrane Initialen. Italienische Buchmalerei mit byzantinischen Stilelementen auf Blattgold. Einband aus blauem Seidensamt mit Gold und Silberfolie sowie Lapislazuli. Limitierte Auflage: 999 Exemplare. Kommentar: Dr. Giovanna Lazzi (Direktorin der Bibl. Riccardiana, Florenz) u. a. die deutsche Übersetzung ist in Vorbereitung und wird nachgeliefert.
Die Hl. Margareta (in der Ostkirche ist Marina der gebräuchliche Name) gehört ebenso wie die Hl. Agnes zu einer Gruppe von Heiligen, die um die Wende des 3. zum 4. Jh. den Märtyrertod erlitten haben sollen. Vor allem im Vorderen Orient wurden sie früh verehrt. Historisch wissen wir kaum etwas von ihnen, so dass schon bald Legenden die Botschaft ihres Lebens symbolisierten. Insbesondere durch Erzählungen der Kreuzfahrer im 12. bis 13. Jh. lebte die Verehrung dieser Heiligen in Europa auf. Die Bezugspunkte zwischen Margareta und Agnes sind offenkundig. Beide Jungfrauen, die sich Christus verschrieben hatten, zogen die Aufmerksamkeit und Begierde mächtiger Männer auf sich, blieben jedoch standhaft in ihrem Bekenntnis, wurden aus diesem Grunde gefangen genommen, gefoltert und litten schreckliche Qualen. Beide starben den Märtyrertod. Margareta von Antiochia in Pisidien (heute die Ruinen bei Yalvaç in der Türkei) soll um 305 unter Diokletian enthauptet worden sein. Sie wird zu den vierzehn Nothelfern gezählt. Der Legende zufolge wurde Margareta als Tochter eines heidnischen Priesters von einer christlichen Amme erzogen. Als der Vater die Hinwendung der Tochter zum christlichen Glauben bemerkte, denunzierte er sie beim Stadtpräfekten. Dieser ließ sie verhaften und anklagen, der über sie urteilende Richter jedoch begehrte Margareta, bestrafte sie dann aber um so härter, als sie sein Verlangen zurückwies. In einer anderen Erzählart der Überlieferung war sie eine Schäferin, die vom Stadtpräfekten selbst begehrt wurde. Der Drache, der ihr hiernach im Gefängnis erschien, um sie zu verschlingen, wobei sie ihn zuletzt durch das Kreuzzeichen abwehren konnte, ist ein Symbol für die Versuchung des Teufels, die Margareta mit ihrem Glauben überwand. Die von einem nicht näher identifizierten Theotimos verfasste Leidensgeschichte der Margareta folgt dem Typus der Jungfrauen-Passiones. Margareta wurde schon bald in der Ostkirche verehrt; im Westen fand sie zuerst im Martyrologium von Hrabanus Maurus Erwähnung, dann wurde ihre Verehrung besonders vom Zisterzienserorden gefördert. Die Heilige Agnes starb wahrscheinlich im Jahre 304 in Rom. Auch die Tochter wohlhabender christlicher Eltern wurde umworben, vom Sohn des römischen Stadtpräfekten, der sie nach seiner Zurückweisung gleichfalls gefangen nehmen ließ. Ihre Verbrennung auf einem Scheiterhaufen mißlang, da ihr die Flammen nichts anhaben konnten, weshalb auch sie den Tod durch das Schwert fand. Keine der jungfräulichen Märtyrerinnen genoss schon früh solche Verehrung wie Agnes. Bereits der Märtyrerkalender von 354 und Ambrosius von Mailand verbreiten Hinweise auf ihre Legende. Der Codex - die einzige lateinische Version der Passion der Hl. Margareta in Florenz wird einem Künstler aus dem Umkreis des Meisters von Gerona zugeschrieben - wurde Ende des 13. Jhs. für herrschaftliche Kreise angefertigt und war Anna, einer Dame in gesegneten Umständen, als Wunsch für eine gute Schwangerschaft gewidmet, galt doch Margareta als Schutzheilige für Gebärende und schwierige Geburten, da sie nach der Legende unversehrt aus dem Leib eines Drachen befreit wurde. Agnes begegnet zudem als Patronin der Kinder. Die Dekoration des Codex umfasst 33 ganzseitige Szenen mit Miniaturen und zahlreiche filigrane Initialen. Auf dem Untergund aus feinstem Blattgold (23 Karat) bewegen sich die leichten, eleganten Figuren vor prächtigen, reliefartig anmutenden Szenerien, die an byzantinische Stilelemente vom Ende des 13. Jahrhunderts erinnern. Vollständig handgebunden, unter Beachtung von Seitenbeschnitt und Kapitellfarben, besitzt das Werk einen Einband aus blauem Seidensamt mit Gold und Silberfolie sowie Lapislazuli. Das verwendete pergamentähnliche Carta Pergamena ist Blatt für Blatt einer künstlichen Alterung unterzogen, mit der die beiden unterschiedlichen Seiten des Pergaments (»Fleischseite« und »Haarseite«) nachempfunden werden.
Versand-Nr. 440523
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geb. = fester Einband, paperback. = Paperback-Ausgabe, Sonderausgabe * (Ausstattung einfacher, evtl. Vergleichspreis nennt die gebundene Ausgabe)
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