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Faksimiles: Buchmalerei und Buchkunst
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Der Dioskurides Neapolitanus.

Neapel, Bibliotèca Nazionale, Ms. ex Vindob. gr. 1, Byzanz oder Unteritalien, Anfang des 7. Jh. Faksimile Graz 1988.

Vollständige farbige Faksimile-Ausgabe der 344 Seiten (172 Blatt) im Originalformat 29,5 x 25?cm. Ledereinband, getreue Kopie des Originaleinbandes, sämtliche Blätter dem Original entsprechend randbeschnitten. Faksimile in Schuber. Mit leichten Lagerspuren.
Der Codex Neapolitanus ist einer der ältesten Überlieferungsträger des bedeutendsten pharmakologischen Werkes der Antike, der Materia medica des griechischen Arztes Dioskurides Pedanios aus dem 1. Jh. n. Chr. Die hervorragende Stellung dieser Handschrift ist nicht zuletzt auf die zahlreichen Pflanzenbilder zurückzuführen, die die genauen botanischen Beschreibungen detailgetreu veranschaulichen. Von der großen Bedeutung des Dioskurides als grundlegende Autorität auf seinem Gebiet zeugt die jahrhundertelange Benützung seines Werkes. Im 6. Jh. wurde es ins Lateinische übersetzt, und seit dem 9. Jh. gab es Übersetzungen und Bearbeitungen auch in arabischer, syrischer und hebräischer Sprache. So blieb die Materia medica bis in die Neuzeit d a s pharmakologische Standardwerk, welches nicht nur von Ärzten und Botanikern, sondern auch von an der Pflanzenkunde interessierten Laien gern gelesen wurde. Die Pflanzenbilder des Codex Neapolitanus sind, wie man annimmt, nicht originale Erzeugnisse der frühbyzantinischen Buchmalerei, sondern Kopien älterer Vorlagen, die wohl mittelbar auf das Kräuterbuch des Krateuas - eine Quelle des Dioskurides - zurückgehen und somit Zeugen der alexandrinischen oder pergamenischen Lehrbuchillustration des 2.-1. vorchristlichen Jh.s sind. Insgesamt 403 Pflanzendartsellungen sind zu bewundern. Die Schriftart ist die sog. Bibelmajuskel, die eine quadratische Buchstabenform aufweist und sich durch gute Lesbarkeit auszeichnet. Auch durch die Gliederung des Textes in zwei Spalten wird die Lesbarkeit unterstützt. Unter den Pflanzenbildern sind von späterer Hand die Pflanzennamen mit roter Tinte hinzugeschrieben worden, wodurch die Übersichtlichkeit gewahrt wurde. Spätere Beifügungen überall in der Handschrift zeugen von der hohen Wertschätzung des Neapolitaner Codex, der durch Jahrhunderte hindurch häufig benutzt wurde. Auch heute noch wird Dioskurides im Zusammenhang mit bestimmten Pflanzen und Medikamenten genannt. Der wissenschaftliche Kommentarband enthält Beiträge von G. Cavallo, S. Lilla, G. Orofino und C. Bertelli und ist in zwei Sprachen - Italienisch und Englisch - abgefasst. Neben einer allgemeinen Einleitung, die in die Handschrift und ihr Umfeld einführt, wird der kodikologische Befund beschrieben; weiters werden die Miniaturen des Codex in kunsthistorischer Weise analysiert. Ein Beitrag über den Auftraggeber der Handschrift schließt den Kommentarband ab. Mit der Faksimile-Ausgabe wird auch die vollständige deutsche Übersetzung aller 5 Bücher der Materia medica in der Ausgabe von J. Berendes mitgeliefert, die mit wertvollen Anmerkungen, einer Einleitung, einem griechischen, lateinischen und deutschen Sachregister und einem Verzeichnis der im Dioskurides Neapolitanus dargestellten Pflanzen (zusammengestellt von H. Riedl) versehen ist. »...ein Nonplusultra der Wiedergabetreue ...« (Österr. Apothekerzeitung 1988).
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