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Faksimiles: Buchmalerei und Buchkunst
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Das Lobgedicht auf König Robert von Anjou.

Faksimile 2007.

Die Faksimile-Ausgabe des Lobgedichts auf Robert von Anjou gibt die Handschrift vollständig im Originalformat von 48,5 x 34,4 cm mit originalem Lagenverlauf sowie Randbeschnitt und bis ins kleinste Detail farbgetreu wieder. Die im Original ziselierten Blattgoldhintergründe und die reichen Silberauflagen werden in der Faksimile-Ausgabe mit Foliengold und -silber wiedergegeben. Auf 300 Ex. limitierte und num. Ausgabe. Kommentar von Karl-Georg Pfändtner u.a. Die Lederausgabe wird von einem von Hand gefertigten Ganzleder-Einband aus glattem hellem Leder geschützt und trägt das vom Original abgenommene Prägemuster. Die Leder-Ausgabe wird mit dem Kommentarband in einem Leinenschuber geliefert.Mit leichten Lagerspuren.
Mit dem um 1340 entstandenen Lobgedicht auf Robert von Anjou, König von Neapel (1278-1343), hütet die Österreichische Nationalbibliothek eines der wichtigsten Zeugnisse der mittelalterlichen Herrschaftsinszenierung und zugleich eines der herausragendsten Beispiele der Buchmalerei des 14. Jahrhunderts. Insgesamt 43 großformatige Miniaturen auf 72 Seiten, reich ausgestattet mit ziseliertem Gold und Silber, illustrieren diesen außergewöhnlichen Codex. Die zum Teil ganzseitigen Miniaturen beeindrucken durch das monumentale Format der Handschrift (48,5 x 34,4 cm); 29 Fleuronnée-Initialen und 8 Deckfarben-Initialen auf Goldgrund ergänzen die phantastische Ausstattung. Kaleidoskopartig wird nahezu der gesamte mittelalterlich-frühneuzeitliche Bildungskanon ausgebreitet. Somit zeugt die Handschrift vom verschwenderischen intellektuellen und künstlerischen Aufwand, der zur Inszenierung des Königtums von Robert von Anjou betrieben wurde. Einiges spricht dafür, dass Robert selbst die Herstellung der Handschrift veranlasste. Das Lobgedicht auf Robert von Anjou stellt den König als idealen Herrscher dar, der allein fähig sei, Italien unter seiner Herrschaft zu einigen. Denn Italien ist zerrissen: Robert soll als zukünftiger Herrscher die Verhältnisse seiner Zeit ordnen. Der Verfasser beklagt, dass Italien im Gegensatz zu anderen Staaten keinen König habe; ebenso prangert er die Abwesenheit der Päpste von Rom während ihres »Babylonischen« Exils in Avignon (1309-1376) an. Der Codex enthält zwei reich bebilderte Teile. Der umfangreichere erste Abschnitt umfasst das Lobgedicht (regia carmina) auf König Robert von Anjou, ein in der damals für Herrscherlob üblichen Art überschwängliches Poem, das den Adressaten als Retter der Kirche und idealen König ganz Italiens feiert. Die Miniaturen stellen den »idealen« Hofstaat Roberts vor: Allegorien Italiens und italienischer Städte sowie Tugenden, die den König als idealen Herrscher preisen. So treten die für ihr Land bittende Italia oder mythologische Gestalten der Antike vor den Thron Roberts. Der König sieht sich selbst als von Gott für seine Aufgabe auserwählt, Italien zu einigen. Entsprechend wird in mehreren großartigen Miniaturen der himmlische Hofstaat dem seinen gegenübergestellt. Der zweite Teil unterstützt die Absicht, den König als den idealen Herrscher darzustellen: mit Zitaten des hl. Augustinus, die auf Robert bezogen sind - über die vier Kardinaltugenden, die christlichen Tugenden sowie Allegorien der freien Künste. Die Darstellungen zeugen vom beeindruckenden Können der beteiligten Buchmaler. Geboren 1278, war Robert ein Enkel des großen Karl von Anjou. Seine Kindheit verbrachte er nach einer verlorenen Seeschlacht seines Vaters, Karls II. von Neapel, in Geiselhaft am aragonesischen Hof. 1309 - nach dem Tod Karls II. - wurde Robert König von Neapel und Sizilien. Er erfreute sich päpstlicher Gunst, da die Päpste - seit 1309 in Avignon - ihn als »ihren« Mann in Italien sahen, der dem Imperium die Stirn bieten und die Interessen des Papsttums vertreten könnte. So stand er bis zu seinem Tod 1343 in Konflikt mit den deutschen Herrschern, von Kaiser Heinrich VII. bis zu Ludwig dem Bayern, die, der Tradition seit Karl dem Großen folgend, Italien als ihren Besitz ansahen. Politisch war Robert nicht sehr erfolgreich, umso beeindruckender ist dieses Zeugnis seines Anspruchs auf die Einigung Italiens, die erst 500 Jahre später verwirklicht wurde. Der Text wird durch rote und blaue Schmuckbuchstaben gegliedert, die reich mit Fleuronnée in der jeweiligen Gegenfarbe geschmückt sind. Im zweiten Teil der Handschrift stehen den Fleuronnée-Initialen auch Deckfarben-Initialen mit reichlicher Verwendung von poliertem Blattgold gegenüber. Ihre plastische Modellierung und die strahlende Farbigkeit zeugen von der Kunstfertigkeit der ausführenden Maler. Der Text muss zwischen 1334 und 1343 entstanden sein. Er gibt auch Hinweise auf den bisher nicht eindeutig identifizierten Autor: Dieser bezeichnet sich als Professor aus Prato, der das Poem gedichtet hat. In der Forschung wird er deshalb mehrheitlich mit Convenevole da Prato (1270/75-1338) gleichgesetzt, der auch Lehrer Francesco Petrarcas (1304-1374) war.
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