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Faksimiles: Buchmalerei und Buchkunst
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Das Bestiarium von St. Petersburg.

Faksimile St. Petersburg Russische Nationalbibliothek MS Lat. Q. v. V. Nr. I.

Vollständiges Faksimile des Originals aus der Russischen Nationalbibliothek St. Petersburg. Originalgröße 16 x 21 cm, 182 Seiten mit 114 Miniaturen, Originalbeschnitt, in Leder gebunden. Mit deutschem Kommentarband, limitierte u. nummerierte Auflage von 995 Exemplaren.
Jede Untersuchung zur inhaltlichen und stilistischen Einordnung der Bestiarien, jener größtenteils illustrierten Tierbücher, die im England des 12. und 13. Jahrhunderts hohe Bedeutung erlangten, muss mit erschwerenden Umständen rechnen: Die Entstehungsorte der Handschriften sind unbekannt oder nicht eindeutig festzulegen, Ursprung und Ikonografie oft unklar. »Das Bestiarium von St. Petersburg« entstand wahrscheinlich um 1190 in einem englischen Kloster in den nördlichen Midlands (Lincolnshire). Im 15. und 16. Jh. befand es sich in Frankreich, zahlreiche Anmerkungen, meist Tiernamen, in französischer Sprache bestätigen dies. Am Ende des Textes, auf fol. 90, weist eine Notiz in lateinischer Sprache auf einen der Besitzer zu Beginn des 17. Jh.: Franciscus de la Morlière. Im weiteren Verlauf des Jahrhunderts befand sich die Handschrift in der Bibliothek von Pierre Séguier (1588-1672), Leiter der königlichen Kanzlei unter zwei Königen Frankreichs, der eine der bedeutendsten Büchersammlungen seiner Zeit besaß. Von dort gelangte der Codex über den Erben in die berühmte Pariser Abtei von Saint-Germain-des-Près. Ende des 18. Jh. erwarb die Handschrift der erste russische Besitzer, Pierre Dubrowsky (1754-1816), ein bibliophiler Diplomat, der seinen Namen in verschiedenen Eintragungen von fol. 1-90v verewigte. 1805 ging das Bestiarium gemeinsam mit den übrigen Werken der Bibliothek Dubrowsky in den Bestand der damaligen Kaiserlichen Bibliothek von St. Petersburg über. 1795 auf Erlass Katharinas II. gegründet, ist die Russische Nationalbibliothek in St. Petersburg die zweitgrößte der Russischen Föderation. In Entsprechung zum Namen der Stadt hieß die Bibliothek von 1924 bis 1991 offiziell Staatsbibliothek Leningrad. Das Bestiarium von St. Petersburg und seine Schwesterhandschrift, das Pierpont Morgan-Bestiar, New York, Pierpont Morgan Library, MS M 81 (Worksop Bestiary), waren die ersten - uns bekannten - Luxusbestiarien mit Miniaturmalereien in Blattgoldtechnik sowie Text und Bildzyklus zur Schöpfungsgeschichte (in der ersten Hälfte des 12. Jh. entstanden die ältesten überlieferten Bestiarien im anglonormannischen Raum, illustriert mit meist ungerahmten Federumrisszeichnungen). Sie wurden wohl in Werkstätten geschaffen, die nicht allzu weit voneinander entfernt lagen, da sie starke stilistische und vor allem ikonographische Ähnlichkeiten aufweisen. In beiden Werken entstanden beispielsweise die Miniaturen, ehe der Schreiber den Text verfasst hatte; so kann man an einigen Stellen erkennen, dass der Text den Figuren regelrecht ausweichen musste (fols. 23, 34v, 40, 40v, 52v, und 61 des St. Petersburger Codex). Dennoch lassen sich für beide Werke auch stilistische Eigenheiten feststellen. So ist der Darstellungsstil des Künstlers, der die Miniaturen des Bestiariums von St. Petersburg in ihrer überwiegenden Mehrzahl schuf, etwas lebhafter in der Linienführung, weniger von der Farbgebung bestimmt. Aus dem Stil ist gleichfalls ersichtlich, dass die Miniaturen des vorliegenden Bestiariums von - zumindest - zwei verschiedenen Künstlern geschaffen wurden, von denen einer den Text zum Schöpfungszyklus (fols. 1-2v) illustrierte. Der verfeinerte Stil dieses jüngeren Künstlers, vor allem erkennbar in der Gestaltung der Figuren, besonders in den Gesichtslinien und den Falten der Gewänder, belegt die spätere Datierung unserer Handschrift, Ende des 12. Jh., ca. 1190 (-1200), verglichen mit dem Pierpont Morgan-Bestiar von ca. 1185.
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