Raoul Hausmann (1886-1971) war einer der innovativsten Avantgardisten. Er gehörte zu den Erfindern der Collage, ergründete Körper, Sprache und Raum in ersten Happenings, verband das Sehen mit dem Haptischen und übersetzte Töne in Bilder. Provokant wandte sich der »Dadasoph«, auch über die Kunst hinaus, stets gegen Etabliertes. Zeitlebens agierte Raoul Hausmann gegen alle Konventionen. Sein Credo, sowohl in der Kunst als auch im Leben »bedenkenlos aufrichtig« zu sein, ließ den Dadaisten zu einem multimedial tätigen Künstler der ersten Stunde wie auch zum scharfzüngigen Kritiker der Gesellschaft werden. Nun ist sein visionäres Schaffen in seiner ganzen Breite zu erleben. Mit rund 270 Abbildungen spannt der Katalog zur Retrospektive in der Berlinischen Galerie den Bogen von frühen expressionistischen Arbeiten, Glanzstücken der Berliner Dada-Jahre und Hausmanns fotografischem Werk über Mode, Tanz und Literatur bis hin zum wenig bekannten Exilschaffen des Künstlers. In 14 Essays erkunden internationale Experten aus Kunst- und Literaturgeschichte, Medienwissenschaft und Psychoanalyse das vielschichtige Oeuvre und ermöglichen damit eine facettenreiche Zusammenschau des erstaunlich aktuellen Werks von Raoul Hausmann. (Ausstellungsdauer: 8.11.25 - 16.3.26 Berlinische Galerie)