Édouard Manet (1832-1883) war ein Pionier der modernen Malerei, und Berthe Morisot (1841-1895) war das einzige weibliche Gründungsmitglied der Impressionisten. Für einander waren sie Kollegen, Freunde und - nach Morisots Heirat mit Manets Bruder - Familie. Über einen Zeitraum von fünfzehn Jahren hinweg war ihre Beziehung wohl die engste zwischen zwei Mitgliedern des impressionistischen Kreises. Durch Zusammenarbeit, Konkurrenz und gegenseitiges Sammeln beeinflussten sie sich gegenseitig in ihrer Arbeit und veränderten dabei den Kurs der modernen Kunst. Die Geschichte dieser Beziehung wurde meist anhand von Manets großartigen Porträts von Morisot erzählt, aber die Verbindung zwischen den beiden Künstlern war mehr als die zwischen einem Maler und seiner Muse. Anhand von Paaren und Gruppen verwandter Werke zeigt Manet und Morisot, dass Morisot zu Beginn ihrer Karriere zwar Inspiration bei Manet suchte, dass Manet jedoch, als Morisots Werke gewagter wurden und breite Anerkennung fanden, begann, ihrem Beispiel zu folgen und ihre Themenwahl, ihre hellen Farben und sogar ihre schnellen, flatternden Pinselstriche nachzuahmen. Illustrierte Essays und Einträge hinterfragen geschlechtsspezifische Perspektiven in der Manet-Literatur, während Korrespondenz und eine technische Studie die Leser in den gemeinsamen sozialen Kreis der beiden Künstler und ihre gegensätzlichen Atelierpraktiken einführen. (Text engl.) (Ausstellungsdauer: 11.10.2025 - 1.3.2026 Fine Arts Museums of San Francisco, 29.3. - 5.7.2026 Cleveland Museum of Art)