Der Architekturhistoriker Andreas Meinecke stellt nach umfangreicher Forschung erstmals Karl Friedrich Schinkels berufliches Netzwerk und seine Entwürfe für Bauten in nichtpreußischen deutschen Bundesstaaten in Gänze vor. Dazu gehören Bayern, Hannover, Sachsen, Sachsen-Coburg, Sachsen-Weimar-Eisenach, Hessen-Darmstadt, Frankfurt/Main, Hamburg, Anhalt-Bernburg, Thüringen sowie Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Die Darstellung konzentriert sich auf die Einzelobjekte in Architektur, Wandmalerei, Grabmalskunst sowie Kunsthandwerk, wobei Entwürfe für Sakral- und Profanbauten im Zeitraum von etwa 1802 bis 1840 herausragen. Die Bauten und Entwürfe werden anhand von 220 Zeichnungen, Skizzen, Plänen, historischen Fotos und Stichen illustriert. Die Arbeit liefert zudem Erkenntnisse über die erfolgreiche Ausweitung des Schinkelschen Netzwerks und zum Zustandekommen der Aufträge durch Kontakte mit hochrangigen Persönlichkeiten. Dabei wird Schinkels Rolle innerhalb des Kulturtransfers sowie bei der Stärkung der kulturpolitischen Agenda Preußens deutlich. Exkurse zu seinem Verhältnis zu Friedrich Weinbrenner (Baden) und Peter von Nobile (Wien) sowie über Lob und Kritik Wassili Andrejewitsch Schukowskis, des russischen Beraters von Zarin Alexandra Feodorowna (Charlotte von Preußen), und schließlich ein Kapitel über Schinkels Umgang in Berliner Salons umreißen das Panorama seiner gesellschaftlichen Kreise. Ein Register samt ausführlichem Anhang historischer Quellendokumente beschließt den Band.