»Berlin«, schreibt Karl Scheffler am Ende seines klassischen Stadtporträts von 1910, »ist verdammt, für immer zu werden und nie zu sein«. Scheffler konnte nicht ahnen, dass sich sein Diktum als Prophezeiung erweisen würde. Von den goldenen Zwanzigern über die anarchischen Neunziger bis hin zu ihrem Status als Hauptstadt des Hipstertums zu Beginn des neuen Jahrtausends - kaum ein anderer Autor hat den faszinierenden und einzigartigen Charakter der Stadt so perfekt eingefangen. Die ehemals geteilte Stadt ist zum Symbol einer neuen Urbanität geworden, gesegnet mit dem Privileg, nie sein zu müssen, sondern immer zu werden. (Text engl.)